Herr Käckenmester, Sie wollten bei BIG an vielen verschiedenen internationalen Projekten mitarbeiten und kamen im Sommer 2016 nach Kopenhagen. Wie war ihr erster Eindruck?
In dem 120-köpfigen Team, das sich aus vielen Nationalitäten und sämtlichen Fachdisziplinen zusammensetzt, gibt es viel zu tun. Erstaunlicherweise arbeiten gar nicht so viele Dänen in diesem Büro. Gleich im ersten Projekt, einem Büro- und Wohnhochhaus in einer asiatischen Metropole, arbeitete ich mit Mexikanern, Franzosen, Spaniern, Italienern, einem Österreicher, Polen und Chinesen in einem Team. Sehr interessant, wie unterschiedlich die Denk- und Herangehensweisen sind – doch eines eint alle in dem internationalen BIG Büroteam: Sie brennen für die Architektur! Neue Mitarbeiter werden von Anfang an konkret aufgefordert und gereizt, ihre Ideen einzubringen. Das motiviert enorm.

Sie kamen in der Hoffnung, viel entwerfen und gestalten zu dürfen – hat sich diese erfüllt?
Ich arbeitete an insgesamt drei Projekten. Anfangs hatte ich mir gewünscht, an einem dänischen oder europäischen Projekt mitzuarbeiten, doch ich bekam den asiatischen Wolkenkratzer. Rückblickend war dieses besonders wichtig für mich, weil ich einen sehr großen Gestaltungspielraum erhielt. Es war sehr beeindruckend, dass Praktikanten – insgesamt arbeiten 40 im Büro - derart mitgestalten können. Bei Meetings mit vermutlich millionenschweren internationalen Investoren war ich dabei, ebenso bei Videokonferenzen, bei denen meine Ideen auch gezeigt wurden. Der Wettbewerb für den Neubau der „Aarhus School of Architecture“, also ein Entwurf für eine neue Architektur Universität in Dänemark, und entsprechend wichtig für das Büro, war ein weiteres Projekt. Im Team mit fünf Architekten haben wir zweieinhalb Monate intensiv gearbeitet, haben alles gegeben – auch das war Teil des Wettbewerbs.

Wie werden die überwiegend jungen Mitarbeiter motiviert, derartige Höchstleistungen zu erbringen?
In Dänemark ist es durchaus üblich, das ein Catering direkt ins Büro kommt, man ist also den ganzen Tag gut versorgt. Bei BIG gibt es Frühstück am langen Tresen, der von Bjarke Ingels designt ist, und Dinner für die Teams, die abends noch zusammen beschäftigt sind. Wer mal länger als 24 Uhr arbeiten muss, kann sich für den Nachhauseweg ein Taxi bestellen, das die Firma bezahlt. Zudem werden regelmäßig junge Start-up-Unternehmen für Vorträge oder auch Shows ins Großraumbüro eingeladen, die den Geist und die eigene Kreativität anregen. Außerdem sind die Partys bei BIG legendär. Diese Bedingungen führen sicher dazu, dass man bereit ist, in diesem besonderen Maße Zeit im Büro zu verbringen.

Sie haben mit ihrem Entwurf für die „Neugestaltung der Hamburger Grundschule St. Nikolai“ den ersten Architektur-Wettbewerb unserer Messe SCHULBAU gewonnen. Was ist für Sie ein guter Schul- beziehungsweise Bildungsbau?
        Ein Schulbau ist für mich ein besonderes Gebäude, das eine Identität hat und stiftet. Ein Gebäude, das mit gebauten Werten arbeitet, mit Materialien, die vor Ort beheimatet sind und dort auch gezeigt werden. Es muss ein Haus sein, dem man ansieht, woher es kommt – das ist wichtig für die Kinder. Ich habe Lust, neue Räume zu erschaffen für die Schüler, für Bildung und für die Gesellschaft.

Das gesamte Interview lesen Sie im neuen Schulbau – Bauen für Bildung Magazin in der
Ausgabe 3-2017.

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