Die Messe Schulbau mit ihrem innovativen Format besetzt ein Thema, das mehrere Bereiche als Schnittstelle miteinander verknüpft: Architektur, Städtebau und Raumplanung, Innenausbau und Freiraumplanung, Pädagogik und Lernkonzepte, Bildungs- und Baupolitik der öffentlichen Institutionen, Schul- und Facility-Management. Das Informationsangebot nutzten vor allem Architekten, Fachplaner, Schulbaubehörden und Schulleiter.

 

Engagierte Diskussionen

Die sehr große Resonanz für eine Erstveranstaltung, die engagierten Diskussionen zwischen Besuchern, Podiumsgästen, Referenten und den ausstellenden Bauelemente-Herstellern belegen, dass das Thema Bildung in den letzten Jahren in die Mitte unserer Gesellschaft gerückt ist. Die Vermittlung unserer Sprache und Kultur ist ein wesentliches Moment unserer eigenen Identität – die gerade im Zeitalter der Globalisierung eine wichtige Grundlage für Weltoffenheit und Internationalität darstellt.

Die Architektur für die Vermittlung dieser Bildung, muss vielfältige Erfordernisse erfüllen: Sie muss kindgerecht und funktional sein, sie muss das Lernklima positiv unterstützen, sie muss oftmals quartiersbildend sein und sie muss der Wertschätzung des gesellschaftlichen Auftrags architektonisch Ausdruck verleihen.

 

Hamburg ist prototypisch

Die Stadt Hamburg steht prototypisch für diese Entwicklung. Sie wird bis 2019 und darüber hinaus in Neubau, Erweiterung und Sanierung ihrer allgemeinbildenden Schulen über zwei Milliarden Euro investieren.

Allein diese Tatsache belegt eindrucksvoll den Stellenwert von Bildung in der Hansestadt. Die Veranstalter freuen sich vor diesem Hintergrund ganz besonders, den zuständigen Landesbetrieb SBH | Schulbau Hamburg als Kooperationspartner dieser Messe gewonnen zu haben. Ewald Rowohlt, Sprecher der Geschäftsführung, erläuterte anlässlich der Podiumsdiskussion die Details des Programms.

Die berufsbildenden Schulen folgen in einem zweiten Schritt. Auch die anderen Bundesländer stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Die deutschlandweit angelegte Messe vereinte auf dieser Auftaktveranstaltung die wesentlichen Akteure des Themenfeldes Bauen für Bildung.

 

Engagierte Podiumsdiskussion, pointierte Vorträge

Eröffnet wurde die Messe mit Grußworten von Seiner Exzellenz dem Botschafter des Königreichs Dänemark in der Bundesrepublik Deutschland, Per Poulsen-Hansen, dem Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg, Prof. Jörn Walter, dem Sprecher der Geschäftsführung der SBH | Schulbau Hamburg, Ewald Rowohlt, dem Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung IBA, Uli Hellweg, Hamburg sowie vom Projektleiter Public-Private-Partnership, Otto Wulff Bauunternehmung GmbH, Hamburg, Marc Hoischen.

Aussteller, Besucher und Gäste hörten in den beiden Tagen interessante Diskussionen und Vorträge zu Projekten und Aspekten des Themas Bauen für Bildung. Zum Messestart erschien ebenfalls das Magazin Schulbau, dass die dieses Thema in vierteljährlicher Erscheinungsweise als Printtitel begleiten und vertiefen wird.

Am ersten Tag diskutierten mit spezifischem Blick auf die Erfordernisse Hamburgs

Prof Jörn Walter, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg;

Ewald Rowohlt, Sprecher der Geschäftsführung von SBH | Schulbau, Hamburg;

Uli Hellweg, Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg;

Marc Hoischen, Projektleiter Public-Private-Partnership, Otto Wulff Bauunternehmung GmbH, Hamburg;

Ulrike Barthe-Rasch, Leiterin der Katharinenschule in der Hafencity Hamburg

Ingrid Spengler, Spengler Wiescholek Architekten und Stadtplaner, Hamburg;

Andreas Rietz, Referatsleiter Nachhaltiges Bauen beim Bundesinstitut für Bau- Stadt- und Raumforschung, Berlin

Souverän und sachkundig moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Jan Krause, Professor für Architekturkommunikation an der Hochschule Bochum und Unternehmenssprecher der Eternit AG.

 

„Konstruktive Zusammenarbeit“

Ewald Rowohlt sagte in seinem Grußwort zur Messe unter anderem: „Im Auftrag des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg setzen SBH | Schulbau Hamburg und GMH | Gebäudemanagement Hamburg bis 2019 ein Investitionsvolumen von rund zwei Milliarden Euro um, um die Hamburger Schulen flächendeckend zu sanieren und die nötigen Erweiterungen, Um- und Neubauten möglichst optimale räumliche Voraussetzungen für modernen, ganztägigen Unterricht zu bieten.

Bei der Planung und Ausführung ist nicht nur eine enge, konstruktive Zusammenarbeit mit den Schulen, sondern auch mit Planern und ausführenden Unternehmen unerlässlich, um gemeinsam  innovative und individuell auf den Standort zugeschnittene bauliche Lösungen zu finden, die in den verschiedensten Nutzungsformen von Unterrichtsräumen über Fachräume, Mensen und Sportflächen pädagogischen und wirtschaftlichen, aber auch ökologisch-technischen sowie architektonischen Ansprüchen gerecht werden.“

 

Partnerland Dänemark

Die Schulbau lenkte ihren Fokus auch über Landesgrenzen hinaus. Botschafter Poulsen-Hansen war als offizieller Vertreter des Partnerlandes Dänemark auf der Messe, das in den PISA-Studien und vor allem im Thema Schulbau im internationalen Ranking sehr gut abschneidet. Ein Gemeinschaftsstand dänischer Bauelemente-Hersteller rundete das Informationsangebot für Architekten und Planer ab.

Zudem stand der zweite Messetag auch hinsichtlich des Rahmenprogramms unter dänischer Ägide. Moderator Prof. Bo Christiansen leitete in englischer Sprache die Podiumsdiskussion mit Gitte Andersen, CEO Partner, Signal, Kopenhagen, Allan Kjær Andersen, Schulleiter des Ørestad Gymnasiums, Kopenhagen,  Lars Lindeberg, Inhaber von JJW Arkitekter, Frederiksberg, und Torben Juul, CEO Founding Partner von ZESO Architects, Kopenhagen.

In der Diskussion und den Vorträgen zu dänischen Schulprojekten wurde deutlich, das neben offensiver Nachhaltigkeit und der Verzahnung mit ganzheitlichen Lernangeboten vor allem auch multifunktionale Raumnutzungskonzepte die Debatte in Dänemark bestimmen, die neben der schulischen Nutzung auch Quartiersnutzungen einbeziehen.

 

Sonderschau und Finissage

Auch die Sonderschau „Architektur trifft Kunst“ war deutsch-dänisch geprägt. Künstler aus beiden Ländern zeigten Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit während der gesamten Messedauer in Halle 2.

Anne Kaminsky lebt in ihrer deutsch-dänischen Biographie die Verbindung zwischen skandinavischen und deutschen Einflüssen. In der Ausstellung in Halle 2 fanden sich ausgesuchte Exponate im Spannungsfeld mit einer aus Stahl gefertigten und von der Künstlerin gestalteten Outdoor Tischtennisplatte der Kopenhagener Designer Anders Find und Troels Øder Hansen der Initiative Ping Out.

Ping Out verbindet soziale Zusammengehörigkeit, Sport und urbanes Lebensgefühl mit Design und Kunst und findet – ganz wichtig – im öffentlichen Raum statt. Anne Kaminsky füllt diesen architektonischen Raum mit Malerei und Zeichnung, die dem ungewohnt harten Material Stahl mit Leichtigkeit und Poesie begegnen. Hindernisse werden erlebbar und übertragbar.

Die Finissage zum Ausklang der Messe bot mit Jazzperformance, Fingerfood, Wein und Bier ein Easy get together für Aussteller, Besucher und Gäste. Die Veranstalter Kirsten und Martin Jung konnten an Michael Defland von der gemeinnützigen Hamburger Stiftung Mittagskinder einen Scheck von fast 500 Euro überreichen. Fünf Euro pro abgeschlossenem Abonnement für das Printmagazin Schulbau hatten in der ersten beiden Wochen nach Erscheinen diese Summe zusammengebracht. In den Kindertreffs der Stiftung Mittagskinder erhalten mehr als 200 sozial benachteiligte Hamburger Kinder unentgeltlich regelmäßige und gesunde Mahlzeiten, Hausaufgabenhilfe sowie fachkompetente sozialpädagogische Betreuung.

 

Am 13. und 14. Mai 2014 geht die SCHULBAU Messe mit spannenden Ideen und weiteren Themen in die nächste Runde. Anmeldungen für die Folgeveranstaltung wurden bereits während der Messe abgeschlossen.

 

Bilder: Dirk Ewald Hamburg/Cubus Medien Verlag

 

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