Mit einer gemeinsamen Initiative wollen die Bildungssenatoren von Hamburg und Berlin zusammen mit weiteren Amtskollegen ein Förderprogramm für Schulen in sozial benachteiligten Quartieren auflegen. Regelmäßige Lernstandsuntersuchungen zeigen, dass sich der Lernstand bei Kindern und Jugendlichen einer Klassenstufe um bis zu drei Lernjahre unterscheiden kann. Das Förderprogramm soll dem entgegenwirken.
Um das Ziel besserer Bildung für alle Schülerinnen und Schüler zu verwirklichen, setzen die Kultusministerien aktuell bereits bei der vorschulischen und schulischen Sprachförderungen mit ihrer Unterstützung an. Auch kleinere Schulklassen, wie zum Teil in Hamburg oder das Bonus-Programm in Berlin sind Impulse für die Verbesserung des Lernniveaus. Die Belastungen sind für viele Schulen allerdings immer noch hoch und müssen zusätzlich abgebaut werden.
 
Unterstützung anbieten wo sie gebraucht wird
Dazu Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres: „Schulen in sozialen Brennpunkten müssen nicht nur größere Herausforderungen hinsichtlich der Wissensvermittlung schultern, sondern sie haben oft auch zusätzliche Aufgaben bei der Vermittlung von Werten. Die Erfahrungen zeigen, dass an diesen Schulen sehr viel hinsichtlich der Gestaltung des sozialen Miteinanders der verschiedenen Kulturen und Religionen geleistet werden muss. Häufig übernehmen die Schulen zudem Erziehungsaufgaben, die von den Eltern nicht ausreichend geleistet werden können. All dies macht eine zusätzliche Unterstützung dieser Schulen notwendig. In Berlin haben wir beispielsweise sehr gute Erfahrungen mit dem Bonus-Programm gemacht. Mit diesen Mitteln können die Schulen eigenverantwortlich beispielsweise Sozialarbeiter oder Erzieher einstellen.
Ties Rabe, Bildungssenator aus Hamburg äußerte sich zu der Förderung: Die Grundlagen dieses Programms sollten baldmöglichst ausgearbeitet und umgesetzt werden. Wir werden in der Kultusministerkonferenz eine entsprechende Initiative einbringen. Die Länder wollen sich hier einbringen und Beispiele guter Praxis aufnehmen. Für Schulen mit einer hohen sozialen Belastung ist es eine besondere Herausforderung, alle Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern und zu bestmöglichen Schulabschlüssen zu führen. Ziel muss es sein, die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler an Schulen in belasteten Sozialräumen zu verbessern und die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft deutlich zu verringern.“
 
Beispiel Hamburg
In der Hansestadt unterstützt die Schulbehörde seit 2013 elf Grundschulen, neun stadtteilschulen und drei Gymnasien mit dem Programm „23+ starke Schulen“. Die Hilfe umfasst unter anderem zusätzliche Lehrkräfte, Unterstützung und Beratung durch Experten und Stiftungen sowie die Aktivierung von Eltern- und Schülerschaften. Schulen mit verbesserten Lernergebnissen können das Programm wieder verlassen. Das Projekt wird aufgrund der bisher guten Erfahrungen fortgesetzt.
Nach oben